Die Rollengröße bezeichnet das Fassungsvermögen der Spule und die Größe des Gehäuses. Eine 1000er Rolle ist klein und leicht, eine 2500er deckt leichte bis mittlere Spinnruten ab, eine 6000er ist für schwere Ansitze gebaut. Kleine Rollen werfen leichte Köder besser, große Rollen fassen mehr Schnur und halten stärkeren Zug aus. Für Forelle und Barsch reicht meist eine 1000er bis 2500er, für Karpfen und große Hechte braucht es mehr Schnurreserve.
Die Abu Garcia Cardinal X 1000 FD fasst 120 m bei 0,20 mm, die Shimano Baitrunner ST 6000 hat mit 87 cm den längeren Schnureinzug. Wer an Forellenbächen mit leichten Ködern wirft, kommt mit der 240-g-Rolle aus; für den Ansitz mit viel Schnur ist die 6000er nötig.
Die Frontbremse sitzt vorn an der Spule und regelt den Widerstand, wenn ein Fisch Schnur abzieht. Beim Freilauf, auch Baitrunner genannt, lässt sich die Schnur zusätzlich ohne Widerstand freigeben, während die Bremse geschlossen bleibt. Frontbremsen sind leichter und für das aktive Spinnfischen üblich, Freilaufrollen für Ansitze, bei denen der Köder lange im Wasser liegt. Wer mit der Rute in der Hand wirft und führt, braucht keinen Freilauf; wer die Rute ablegt, schon.
Die Mitchell MX1 FS 6500 kostet 24,95 € und hat einen Freilauf mit Anti-Reverse-Schalter, die Daiwa Crossfire LT 2000 arbeitet mit einer Frontbremse und wiegt 160 g. Für Karpfenansitze zählt der Freilauf, für leichte Spinnruten das geringe Gewicht.
Das Gewicht einer Rolle wirkt sich vor allem auf längere Würfe und das Halten der Rute aus. Eine leichte Spinnrolle für Forelle und Barsch liegt oft zwischen 160 g und 260 g, eine Freilaufrolle für den Ansitz kann 300 g und mehr wiegen. Das Gewicht allein entscheidet nicht, denn eine schwere Rolle mit guter Balance kann ruhiger liegen als eine leichte mit kurzem Griff. Wer viele Stunden aktiv wirft, merkt jedes Gramm; wer die Rute ablegt, achtet mehr auf Schnurfassung und Bremse.
Die Daiwa Crossfire LT 2000 wiegt 160 g, die Cormoran Cormaxx-BR 3PiF 3000 bringt 550 g auf die Waage. Zwischen den beiden liegen 390 g, dafür hat die Cormoran einen Freilauf und 210 m Schnurfassung bei 0,28 mm.
Die Übersetzung gibt das Verhältnis von Kurbelumdrehung zu Spulenumdrehung an, der Schnureinzug nennt die Zentimeter, die pro Kurbelumdrehung auf die Spule kommen. Eine hohe Übersetzung holt Köder schnell ein, eine niedrige erleichtert das gleichmäßige Führen schwerer Köder. Der Schnureinzug hängt auch vom Spulendurchmesser ab, deshalb reicht die Übersetzung allein nicht aus. Für Spinnfischen mit Gummifisch ist ein Einzug um 70 cm praktisch, beim Ansitz spielt er eine kleinere Rolle.
Die Daiwa Revros LT 3000 hat mit 5,3:1 die höchste Übersetzung im Vergleich, die Daiwa 23 Ninja LT 1000 kommt mit 5,2:1 auf 64 cm Schnureinzug. Die Abu Garcia Cardinal X 1000 FD holt mit gleicher 5,2:1 72 cm pro Kurbelumdrehung.
Anfänger brauchen eine Rolle, die sich einfach montieren, bespulen und einstellen lässt. Eine Frontbremse mit klarer Rasterung hilft, den Widerstand Schritt für Schritt anzupassen. Eine 2500er Größe deckt viele Süßwasser-Situationen ab, eine 1000er ist für sehr leichte Köder besser. Wichtig sind eine saubere Schnurverlegung und Ersatzteile, die sich nachkaufen lassen.
Die Shimano FX 2500 FC kostet 20,50 € und hat 2.013 Bewertungen, die Abu Garcia Cardinal X 1000 FD liegt bei 27,95 € und 240 g. Für den Einstieg zählt vor allem, dass die Größe zur Rute passt; wer eine gute Angelrolle kaufen will, sollte die Bremse vor dem ersten Wurf einstellen.
Ein Graphitgehäuse ist leichter, ein Aluminiumgehäuse steifer und schwerer. Kugellager verringern die Reibung, ihre Zahl sagt aber wenig über die Qualität aus, weil auch die Lagerart und die Abdichtung zählen. Frontbremsen mit mehr Scheiben laufen oft weicher, kosten aber mehr. Der Preis steigt mit Material, Dichtung und Feinmechanik, nicht nur mit der Lagernzahl.
Die Daiwa 23 Legalis LT 1000 kostet 82,48 € und hat fünf Kugellager, die Shimano FX 2500 FC kostet 20,50 €. Die günstige Rolle deckt die Basics ab, die Legalis bringt 230 g und fünf Kugellager für 82,48 €.