Das Sichtfeld ist die Fläche der Filterkassette, durch die der Schweißer das Werkstück sieht, gemessen in Millimetern. Klassische Helme liegen bei 90 x 55 mm, größere bei 100 x 93 mm, Panoramahelme setzen zusätzlich Seitenfenster neben die Mittellinse. Bei automatisch verdunkelnden Schweißhelmen zählt vor allem die Höhe, weil sie bestimmt, wie viel von Naht und Brenner im Blick bleibt. Größere Felder kosten Geld und bringen mehr Gewicht mit.
Der STAHLWERK Automatik-Schweißhelm 3-in-1 Titan liegt mit 104 x 104 mm vorn, der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm kommt auf 98 x 55 mm. Der STAHLWERK Automatik-Schweißhelm 3-in-1 Split setzt auf ein Hauptsichtfeld von 116 x 81 mm plus ein 180°-Panoramafeld, das die Umgebung neben dem Brenner mitzeigt.
Die Dunkelstufe nach DIN gibt an, wie stark die Kassette das Licht des Lichtbogens abschwächt; je höher die Zahl, desto dunkler das Bild. WIG an dünnem Blech mit 30 bis 80 Ampere verlangt 9 bis 10, MIG und MAG bei mittleren Strömen 10 bis 12, Elektrode und dickes Material 11 bis 13. Die Hellstufe DIN 4 braucht man für die Rüstarbeit und fürs Schleifen. Ein Schweißhelm Automatik für MIG und WIG sollte deshalb einen möglichst breiten Bereich abdecken.
Der STAHLWERK Automatik-Schweißhelm 3-in-1 Split und der Titan reichen von DIN 4 bis DIN 14, der Raptor bis DIN 13. Der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm beginnt bei DIN 9 und endet bei DIN 13, der MIGVAN H-21 stellt stufenlos zwischen DIN 4/5 und DIN 9/13.
Herkömmliche Filterkassetten färben das Bild grün oder blau, True-Colour gibt die Farben annähernd natürlich wieder. Das hilft, die Grenze des Schmelzbads und die Anlauffarben zu erkennen, gerade bei niedrigen Strömen. Den Unterschied zeigen die vier Werte der optischen Klasse: 1/1/1/1 ist die beste Einstufung, 1/1/1/2 weicht beim letzten Wert ab.
True-Colour nennt STAHLWERK bei Split, Raptor und Titan, ARCCAPTAIN beim XK-LY800H und beim LY800J. Der Titan und der XK-LY800H erreichen die optische Klasse 1/1/1/1, der Raptor 1/1/1/2.
Die Umschaltzeit sagt, wie lange die Kassette vom hellen Zustand in die Dunkelstufe braucht. Gute Helme liegen bei 1/25.000 bis 1/30.000 Sekunde, also deutlich unter einer Millisekunde. Wichtig sind auch die Sensoren: Vier Bogensensoren erkennen den Lichtbogen aus verschiedenen Richtungen, ein zusätzlicher Umgebungslicht-Sensor verhindert, dass der Helm bei hellem Werkstattlicht fälschlich dunkel bleibt.
Der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm schaltet in 1/30.000 Sekunde, der ARCCAPTAIN LY800J und der XK-LY800H in 1/25.000 Sekunde, der MIGVAN H-21 in 0,1 ms. Der Split arbeitet mit vier Sensoren plus Umgebungslicht-Sensor, der Titan ebenso.
Solarzellen auf der Helmfront nutzen das Licht des Lichtbogens und halten die Kassette in der Hellstufe, bevor der erste Funke fällt. Eine zusätzliche Knopfzelle stützt die Elektronik, wenn wenig Licht anliegt. Akkus mit USB-C-Ladung erlauben Displays und LED-Leuchten, müssen aber nachgeladen werden. Reine Solarhelme brauchen keinen Batteriewechsel, reagieren dafür nur bei ausreichendem Licht.
Der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm läuft ausschließlich über Solarzellen. Der MIGVAN H-21 und der ARCCAPTAIN LY800J kombinieren Solarpanel und wechselbare Batterien, der ANDELI Tempest Guardian lädt per USB-C und zeigt die Werte auf einem LCD.
Ein Schweißhelm wiegt zwischen 500 g und 1,2 kg, und jedes Gramm wirkt bei Überkopf-Nähten am Nacken. Das Kopfband verteilt den Druck über den Hinterkopf, ein Polster verhindert Druckstellen an der Stirn. Wer eine Brille trägt, braucht Platz unter der Scheibe, sonst drückt der Rahmen gegen die Augen. Brillenträger erkennen einen passenden Helm daran, dass das Kopfband in der Höhe verstellbar bleibt.
Der MIGVAN H-21 wiegt 525 g, der ANDELI Tempest Guardian 600 g, Split und Raptor je 800 g. Der ARCCAPTAIN LY800J liegt mit 1,16 kg am oberen Ende. Der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm deckt Kopfgrößen von 48 bis 63 ab und ist für Brillenträger gedacht.
Beim Schleifen darf die Kassette nicht abdunkeln, sonst sieht man die Markierung nicht; der Modus GRIND hält sie in der Hellstufe, obwohl Funken fliegen. Plasmaschneiden braucht dagegen eine hohe Dunkelstufe, weil der Lichtbogen heller und breiter brennt als beim Schweißen. Ein TACK-Modus hilft beim Ansetzen der Naht: Der Helm bleibt kurz dunkel, damit der Brenner nicht verrutscht. Je mehr Modi, desto mehr Knöpfe, die auch mit Handschuhen erreichbar sein müssen.
Der STAHLWERK Automatik-Schweißhelm 3-in-1 Split und der Titan führen WELD, CUT, GRIND, TACK und DARK MODE, der Raptor dieselben fünf. Der ARCCAPTAIN XK-LY800H deckt MIG, TIG und MMA sowie Schleifen und Plasmaschneiden ab, der Proteco-Werkzeug Pro 800 Schweißhelm nennt Schweiß- und Schleifmodus.